Die Welt der Logik war lange mein einziges Zuhause – und gleichzeitig ein Gefängnis.
Als Jugendlicher und junger Erwachsener hatte ich autistische Züge. Mein Denken war präzise, pedantisch, der Zugang zu meinem Herzen begrenzt. Mein Ingenieurstudium schloss ich mit Auszeichnung ab, arbeitete in Forschung und Entwicklung, mit Ambitionen zur Promotion. Nach außen war alles stimmig. Innerlich nicht.
Um dieses Spannungsfeld auszuhalten, wurde mein Leben exzessiver: Arbeit, Leistung, Outdoorsport, Partys, Substanzen. Bis mein Körper nicht mehr mitmachte. Mit 30 kam der Zusammenbruch: Burnout, psychosomatische Klinik. Dort veränderte sich alles. Nicht durch neue Gedanken – sondern durch Erfahrung. Die Körperarbeit wurde zum Schlüssel meiner Wandlung. Mein Weg führte nach Berlin – und in eine komplett andere Welt: Körperarbeit, Tanz, die Arbeit als Erzieher. Mein Leben wurde ruhiger und lebendiger. Klarer und erfüllter. Stimmiger und freudvoller.
Mit der Zeit wurde mir deutlich: Meine Geschichte ist keine Ausnahme.
Viele Männer haben den Kontakt zu ihrer inneren Stimme und zu ihrem Herzen verloren. Oder besser: Sie haben gelernt, ihn zu übergehen. Sie sind erfolgreich, verantwortungsvoll und belastbar – und innerlich oft leer oder angespannt. In der Tiefe tragen sie ein hochsensibles Herz in sich – einen feinen Seismografen für das, was nicht stimmt. Ein Instrument, das dringend gebraucht wird und zugleich kaum Raum bekommt oder gar missachtet wird.
Aus dieser inneren und praktischen Forschung ist mein Buch entstanden:
„Männerherzen fühlen – Eine Reise aus der Ohnmacht in die Kraft“.
Kopf und Herz stehen für mich nicht im Widerspruch. Erst im Zusammenspiel entsteht eine tiefere Form von Weisheit.